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Welche Rolle spielt die Erwärmung des Körpers im Yoga? Welche Funktion soll eine Erwärmung erfüllen

Updated: Nov 1, 2021




Āsana bedeutet wortwörtlich übersetzt Sitz. Für die Meditation soll der yogī/ die yogīnī aufrecht sitzen können. „Die Haltung soll stabil und angenehm sein.“

Für die allermeisten Menschen ist es aber von großer Bedeutung, den Körper (Muskeln, Gelenke, Knochen..) zu mobilisieren und für den āsana vorzubereiten. Der kriyā ist der Weg zum āsana und so bedarf es vieler kleiner Schritte auf diesem Weg zum Ziel.


Der āṣṭhaṅga sādhana nimmt es da sehr genau und damit die Qualität von śiva und śakti gleichermaßen erfahrbar wird, gibt es eine ziemlich genaue Vorstellung darüber, wie diese Erwärmung aussehen soll.

Körperlich gesehen ist es wichtig, dass alle Bewegungen, welche dem Körper physiologisch zur Verfügung stehen, integriert werden. Dazu gehören Vorwärts,- Seitwärts,- und Rückbeugen, um die Wirbelsäule in ihrer Beweglichkeit anzusprechen, aber auch die umliegenden, stabilisierenden Muskeln zu kräftigen und zu dehnen. Auch hier zeigt sich die Schöpfung wieder in ihrer Brillanz. Die Gelenke und somit auch die Bandscheiben sind auf einen Wechsel von Be- und Entlastung angewiesen, da sie sich somit fast wie von selbst versorgen. Die Gelenkflüssigkeit ernährt das Gelenk und die Bandscheiben beispielsweise werden wie ein Schwamm ausgewrungen, während sie sich in Ruhephasen neu füllen. Ähnlich verhält es sich mit der Muskulatur in Drehhaltungen.

Weiterhin sollen Balancehaltungen die Tiefenmuskulatur kräftigen, feinstofflich gesehen aber auch das innere Gleichgewicht und die Intuition ansprechen.

Umkehrhaltungen kräftigen und verhelfen dem System Körper dazu sich neu zu organisieren und den Blick sprichwörtlich umzukehren. Die Welt ist eine andere, wenn man auf dem Kopf steht.


Im kriyā (vierter, dynamischer Teil des asthanga sadhana) sollen Bewegung und Atem miteinander verbunden werden und da der āsana bereits den körperlichen Höhepunkt innerhalb des āṣṭhaṅga sādhana darstellt, steigt das Bewusstsein (körperlich, aber vor allem spirituell) weiter an. Dies erreichen wir durch die Einbeziehung der Atmung, ganz klassisch im Sonnengruß. Dadurch reduzieren wir die vṛttis (Reize).

Wenn wir von körperlicher Erwärmung sprechen, lässt sich diese Erwärmung längst nicht nur auf die physische Ebene reduzieren, auch wenn im vinyāsa krama hier natürlich der Schwerpunkt liegt. Genauso wichtig ist aber die Aufmerksamkeit für den Körper mithilfe des Geistes zu schärfen- in Vorbereitung für die Meditation. Yoga soll immer in der Stille enden, sonst ist es kein Yoga☺ 1 Iyengar, B.K.S., 2010, S.194, II,46, Der Urquell des Yoga, Barth Verlag

#mariayoga #jetztbeginntyoga ©maria langner,2020

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