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Einstimmende Gedanken in das Thema mudrā- Ankommen

Updated: Nov 1, 2021


Nimm einen tiefen Atemzug und spüre. Was fühlst du jetzt, wo du nur dahin spürst, wie dein Atem durch die Nase einfließt und wieder hinaus strömt? Kannst du wahrnehmen, wie dein Atem dich von innen berührt und eine sichtbare Bewegung in Gang setzt? Du atmest ein und aus und dein Körper atmet ein und wieder aus. Vielleicht setzt diese Atembewegung in deinem Körper auch eine unsichtbare, emotionale Bewegung in Gang?

Spüre, wie dein ganzer Körper in Bewegung ist, ausgelöst durch deine Atmung und beeinflusst durch deinen Geist.

Deine Augen sind sanft geschlossen und nur dein inneres Auge ist jetzt geöffnet. Sieh dir nun von innen heraus an, was es mit dir macht, wenn du nur atmest.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass nun ganz unterschiedliche Emotionen in dir aufsteigen und dein Verstand sie versucht in ein gewohntes Muster des Erlebens einzuordnen.

Womöglich kreisen deine Gedanken und du schweifst ab. „Stellst Du dies fest, ist dies die höchste Form der Achtsamkeit.“

Kehre nun mit deiner Aufmerksamkeit zurück zu deinem Atem und spüre, wie sich unaufhörlich die Welle des Atems in dir fortsetzt. Ohne Anfang und ohne Ende, bewusst oder unbewusst. Nach der Einatmung bemerkst du vielleicht ein kurzes Innehalten. Eine Pause scheint diesen Fluss des Lebens zu unterbrechen. Und schon setzt der Impuls um auszuatmen ein und sorgt dafür, dass es weiter geht, dass du weiter gehst. Und somit auch all das, was du mit deinem Atem an Gedanken und Gefühlen transportierst und mitnimmst auf deiner Reise des Lebens. Du atmest aus, du lässt einen Teil von dir los und somit kannst du auch das, was dich in diesem Moment noch beschäftigt hat, abgeben. Ob bewusst, oder unbewusst, du erfährst die Vergänglichkeit des Lebens in genau diesem Moment, wenn du achtsam ausatmest. Du leerst nicht nur deine Lungen, du leerst auch deinen Geist. Du erfährst die Leere und ehe du dich versiehst, befindest du dich in der Ansammlung auf dem Weg zur Fülle.

Dein Atem ist dein Begleiter auf all deinen Wegen.

„Atem ist Leben und das Leben ist Atem.“


Verbinde dich also immer wieder neu mit deinem Begleiter und komme jedes Mal neu in dir und bei dir zu Hause an. Natürlich warten zu Hause nicht immer nur herzlich eingeladene Gäste. Auch können unerwarteter Weise ungebetene Gäste bei dir vorbei schauen und dich derartig überrumpeln, dass du lieber gleich an der Türschwelle kehrt machen möchtest. Oder aber, Du heißt deine Gefühle, also deine Gäste willkommen, ganz gleich mit welcher Intention sie dich besuchen kommen und nimmst sie zunächst einmal an. Du fragst Dich wie?

Ananda sagt stets: „Mithilfe deines Atems kannst Du all deine Gefühle umarmen und sie damit ganz liebevoll annehmen.“

Du musst ja auch nicht an der Tür stehen bleiben. Atme weiter und so gehe auch innerlich weiter.

Dein Atem spiegelt deine Emotionen wieder und umgekehrt spiegeln sich deine Emotionen in deinem Atem. Wer kennt nicht diesen Moment, in dem einem vor Schreck und Sorge fast der Atem versagt.


„Wenn der Geist unruhig ist, so ist auch der Atem unruhig. Wenn der Geist ruhig ist, so ist auch der Atem ruhig.“


Bemerkst Du dies und erkennst Du dieses an, bist Du auf deinem Weg zum Yoga.


Ankommen im Yoga heißt, inne zu halten, anzunehmen was ist und dann von hier aus achtsam weiter zu gehen, auch wenn dieses Weitergehen mit Hindernissen verbunden ist. Ankommen im Yoga heißt auch, verbunden zu sein- einerseits mit dir und anderseits mit all dem, was dich umgibt.

Wörtlich übersetzt bedeutet Yoga- anschirren oder anbinden.

Sei dir also darüber im Klaren, dass wenn du hier in diesem Moment ganz bei dir bist, dein Weg erst von hier aus fortgesetzt werden kann.

„Nur wer innehält, merkt wann er ankommt. Nur wer ankommt, kann auch weiter gehen.“


©maria langner,2020

#mariayoga #jetztbeginntyoga#achtsamkeit


1Brigitte Gerber, mündl. 2017/11

2Ananda Leone

3ebenda

4Svātmārāma, Haṭha-Yoga-Pradīpikā, 2. Vers, 2. Kapitel

5Trökes, Anna, 2003, S.7, Yoga Ankommen in Körper, Geist und Atem, Klett





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